Sylt-Ort: List

List: Das Nordseebad auf Sylt
Zentrum des ansonsten eher öden Ortes ist der Hafen. Hier versprechen Fischbuden lukullische Gaumenfreuden aus dem Meer, legt die Autofähre zur benachbarten dänischen Insel Rømø ab, stechen die Ausflugsschiffe in See. Sehenswert sind die beiden in Europa einzigartigen Wanderdünen, die jedes Jahr etwa drei Meter wandern.

Reisetipps für List, die Hafenstadt im Norden der Insel Sylt

Voigt’s Alte Backstube, Austernzucht auf Sylt, Sylter Algenfarm.
http://www.list.de
http://www.list-sylt.de

Standsauna in List
Die drei finnischen Blockhaus-Saunen von Listland, jede mit einer anderen Temperatur, sorgen für Ruhe und Entspannung inmitten des Naturschutzgebiets Nord-Sylt. Auch hier dient das Meer als Tauchbecken, können Saunatücher, Bademäntel und Strandkörbe gemietet werden und findet sich zudem eine kleine Auswahl an kalten und warmen Getränken sowie kleine Speisen.
Tageskarte: 16,00 Euro
http://www.strandsauna-list-auf-sylt.de

Voigt’s Alte Backstube
Voigt’s Alte Backstube ist nicht nur Deutschlands nördlichstes Gartencafé, sondern auch ein gemütliches Abendrestaurant.
Voigt’s Alte Backstube
Süderhörn 2
25992 List/Sylt
Fon 04651-870512
Fax 04651-958093
http://www.altebackstube.de

Sylter Royal – Austernzucht auf Sylt

In Deutschlands einziger Austernzucht auf Sylt werden jährlich rund eine Millionen Austern geerntet, die unter dem Label “Sylter Royal” zu den Gourmets kommt. Seit 1986 kultiviert Dittmeyer’s Austern Compagnie die Crassostrea gigas.
Auf einer ca. 30 Hektar großen Fläche im Wattenmeer der Bildselbucht wachsen jährlich zwischen zwei und drei Millionen Tiere heran. In reißfesten Kunststoffsäcken, so genannten “poches”, werden jeweils 150 Stück der 20g schweren Austernsetzlinge auf langen Eisengestängen befestigt. Drei Jahre dauert es, bis die Auster Fleisch und Schale ansetzt und zum marktreifen Gewicht von ca. 80 Gramm heranreift: Im Magen der Auster rotiert mit hoher Geschwindigkeit eine Art kristallenes Miniskalpell, das nahrhaftes Plankton zerkleinert, das zuvor aus dem Atemwasser herausgesiebt wurde. Die Filterleistung einer Auster liegt bei bis zu 20 Litern Meerwasser pro Stunde – bei zwei Millionen Austern wird dabei das gesamte Wattenmeer einmal täglich durchgefiltert. Das Ergebnis des Appetits zeigt sich deutlich am Größenwachstum. Es wird immer enger in den Poches. Deshalb packen die ‘Austernfischer’ erst die jungen, dann die heranwachsenden, dann die halbwüchsigen Austern regelmäßig um in immer grobmaschigere Taschen.

Den Arbeitsrhythmus bestimmen Ebbe und Flut, die amtliche Gezeitentabelle ist quasi der Dienstplan für die Austernfischer. Nur bei Ebbe können sie raus ins Watt an die Austerntische. Die Ebbe zwingt den Schließmuskel der Auster, die Schalenhälften mit dem darin enthaltenen Meerwasser zusammenzukneifen und abzuwarten, bis die Flut wiederkommt.

Austern machen Arbeit. Und zwar ausschließlich Handarbeit. Kein Computer lässt sie wachsen, keine Maschine kann sie ernten, keine mechanische Apparatur sie knacken. Täglich werden ausgewachsene Austern aus dem Watt geholt und von Hand durchsortiert. Dann werden die geernteten Schalentiere unter Hochdruck mit Meerwasser von Sand und Algenbewuchs befreit und versandfertig gemacht, dabei auf Reet gebettet und mit der gewölbten Schale nach unten in Spankörbe gelegt, denn in der tieferen Hälfte befindet sich das überlebenswichtige Meerwasser.

Die Austernzucht hat auf Sylt eine lange Tradition und reicht bis ins 11. Jahrhundert zurück. Nach Aufzeichnungen gab es um 1870 zwischen dem heutigen dänischen Röm und den nordfriesischen Insel Sylt, Amrum und Föhr knapp 50 Austernbänke auf einer Gesamtfläche von 1800 Hektar. Gefischt wurden die Austern mit Streicheisen und Netzen vom Meeresboden. Durch die Fangmethode und Überfischung musste Ende des 19. Jahrhunderts die Austernfischerei eingestellt werden. Sie wurde zwar mit Zuchtversuchen in Bassins und auf Naturbänken wieder aufgegriffen, doch vor dem Zweiten Weltkrieg erneut beendet. Erst 1986 wurde die Geschichte neu belebt. In dem Jahr begann die Familie Dittmeyer vor List die pazifische Felsenauster zu kultivieren. Grund für diesen Standort ist unter anderem die hervorragende Wasserqualität im Nationalpark Wattenmeer vor Sylt.

Genießen kann man die frischen Austern direkt vor Ort in der hauseigenen Probierstube an der Hafenstraße in List. Hier gibt es verschiedenste Austernvariationen: nature, mit Zitrone, mit weißem Pfeffer, überbacken, geräuchert oder gedünstet. Aber auch weit entfernt lebende Austernfreunde können sich die Sylter Royal schmecken lassen – zwischen Austernbank und Austernteller liegen nur wenige Tage.

Weitere Informationen zur Sylter Auster gibt es bei Dittmeyer’s Austern-Compagnie in List:
http://www.sylter-royal.de

Sylter Algenfarm

In der Sylter Algenfarm reifen Naturprodukte heran, die für die Veredelung von Lebensmitteln ebenso Verwendung finden wie für medizinische Kosmetik.
Es grünt so grün – nicht nur in den Gärten und auf den Wiesen der Insel, sondern auch unter der Wasseroberfläche: In der Lister Algenfarm treibt die Frühlingssonne die Algenblüte zu wahrer Höchstform. “Bis Mai werden die Pflanzen drei Mal so groß sein wie zu Beginn des Jahres”, weiß Professor Dr. Klaus Lüning. Den Algen hat Lüning nahezu sein ganzes berufliches Leben gewidmet. Schon vor 40 Jahren näherte er sich den Meereslebewesen vor Helgoland im Taucheranzug, verfasste über sie seine Doktorarbeit. Auch im Laufe seiner späteren Tätigkeit bei der Biologischen Anstalt Helgoland und dem Alfred-Wegener-Institut blieb der Algenforscher seinem Fachgebiet treu – und mochte es auch im Ruhestand nicht missen: Im Jahr 2006 gründete der Mann mit dem grünen Daumen gemeinsam mit Dittmeyers Austern-Compagnie die Sylter Algenfarm. Auf dem Betriebsgelände in List gedeihen die Braunalge Laminaria sowie die beiden Rotalgen Palmaria und Soliria in 40 Bassins. Ständig werden sie dabei von dem abgelassenen Nordseewasser der benachbarten Austernbecken durchströmt.

Algen sind so wertvoll wie Gemüse – sie beinhalten wichtige Vitamine und Mineralstoffe, darunter den Mangelstoff Jod. Daher wird das Sylter Meeresgemüse vornehmlich für die Veredelung von Lebensmitteln verwendet. Hauptabnehmer ist ein niedersächsisches Unternehmen, das das Lister Naturprodukt zu Algen-Brot, Algen-Wurst und anderen vegetarischen Spezialitäten veredelt. Ebenso verwenden einige Sylter Restaurants die Algen als Zutat – so unter anderem Sternekoch Jörg Müller. Aber auch die medizinische Kosmetik profitiert von den hochwertigen Wirkstoffen: Das Unternehmen Inwater Biotec verwertet Algenextrakte für hochwertige Cremes und Lotions. Die Produkte aus der Pflegeserie Litoráge werden über Apotheken und Wellness-Einrichtungen vertrieben. Zudem ist für Herbst 2008 auf Sylt die Eröffnung eines Fachzentrums für medizinisch-kosmetische Behandlungen geplant.
http://www.algenfarm.de

Meeräsche auf Melone – und Rotalgen
Wer dabei an fernstöstliche Küche denkt, muss den Fernen Osten demnächst in deutschen Küstenregionen suchen. Denn wenn es nach den Visionen des Alfred-Wegener-Instituts für Polar- und Meeresforschung in List auf Sylt geht, werden Algen zukünftig auch auf traditionellen Speiseplänen in heimischen Gefilden häufiger zu finden sein.

“Gesund, nahr- und schmackhaft und vor allem das einzige Gemüse, für dessen Erzeugung wir kein Süßwasser benötigen. Und Süßwasser ist ein knapper Rohstoff,” weiß Prof. Dr. Klaus Lüning, der die Tauglichkeit von Nordseealgen für die menschliche Nahrung untersucht hat. Gefördert wurde das nun abgeschlossene Projekt mit 100.000 Euro durch die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU).

40.000 Algenarten sind auf der gesamten Welt bekannt, 160 zum Essen geeignet. Und gegessen werden sie! In Südostasien gehen jährlich neun Millionen Tonnen durch die hungrigen Kehlen.

“Algen haben eine Nährstoffgehalt wie keine andere Nahrung auf der Welt und eignen sich hervorragend als Nahrungsmittel sowie als Rohstoff für Schönheits- oder Medizinprodukte,” sagt DBU-Pressesprecher Franz-Georg Elpers. Angesichts ausgelaugter Böden und belasteter Nahrungsmittel biete es sich an, Algen in Massenkultur zu erzeugen, zu verwerten und so ganz nebenbei auch noch Nährstoffe aus angekoppelten Fisch-Wasserkulturen im Kreislaufsystem zu verwerten. Lüning: “Eine ideale Ergänzung: Die Abfallstoffe des Tieres werden zum Nährstoff der Pflanze und umgekehrt.”

In diesem Sinne erkundeten Lüning und sein Team vor Sylt schwerpunktmäßig, welche Rot- und Braunalgen sich unter welchen Bedingungen für die geschlossene Wasserkultur eignen. Ende des ersten Jahres wurden ca. 130 Kilogramm Rot- und 30 Kilogramm Braunalgen geerntet.

In 2.000-Liter-Meerwasser-Tanks in zwei Gewächshäusern der Wattenmeerstation Sylt wurde zunächst die Kulturtechnik für die Algen getestet. Zum Ende des ersten Jahres hatten sie ca. 130 Kilogramm Rot- und 30 Kilogramm Braunalgen geerntet, wobei die Rotalgen komplett an zwei deutsche Firmen verkauft wurden, die sie vor allem an Restaurants lieferten. Im zweiten Jahr waren es schon insgesamt 280 Kilogramm. Zusätzliches Wertschöpfungs-Bonbon für die Rotalge: Mit der Zucht der Hochpreis-Meeresschnecke Abalone wurde begonnen, die am liebsten frische Rotalgen frisst. Diese sogenannten Sylter Meerohren kommen nach vier Lebensjahren auf ein Körpergewicht von 80 Gramm und werden für 20 Euro je Kilogramm nach Südostasien verkauft.

Meeresfarm soll an Wattenmeerstation entstehen
Die Methodik der ganzjährigen Massenkultivierung von Rot- und Braunalgen hält der Wissenschaftler jedenfalls für “gesichert und aussichtsreich”. In fünf bis acht Wochen verdoppele sich die Algenbiomasse. Die Züchtung im Gewächshaus ermögliche ganzjährig Algenproduktion, wenn auch im Winter nur durch gelbes Langtag-Zusatzlicht ermöglicht. Um zukünftig größere Braunalgenmengen kostengünstig parat zu haben, soll eine Schwimmseil-Meeresfarm in unmittelbarer Strandnähe an der Wattenmeerstation entstehen: Wie in Fernost erprobt, sollen von zwei je 100 Meter langen, verankerten, im Labor mit Sporophyten bewachsenen Schwimmseilen in drei bis vier Monaten 600 Kilogramm Braunalgen geerntet werden. Sporophyten sind Zellen, die Sporen produzieren, über die durch geschlechtliche Fortpflanzung neue Algen entstehen. Für die Züchtung von Rotalgen soll die Seil-Meeresfarm direkt im Meer erprobt werden. Elpers: “Die Freilandproduktion von Makroalgen schont Süßwasserreserven, vermeidet das Sammeln der Algenbiomasse in der Natur und schont damit die Algenbestände im Meer, die Lebensraum für eine vielfältige Tierwelt sind.”

In einstündigenen Führung durch Sylter Algenfarm und Dittmeyer’s Austern-Compagnie wird die Algen-Austern-Polykultur gezeigt, mit Einführung in die ökologische (integrierte) Meeres-Aquakultur. Als Option können zusätzlich im Anschluss Algen oder Austern bei Austern-Meyer probiert werden. Für Kinder und andere Interessierte gibt es im Gewächshaus ein “Grabbelbecken” zum Kennenlernen von Meerestieren und Meeresalgen.

Sylter Algenfarm GmbH & Co.KG
http://www.algenfarm.de

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