Klimawandel im Wattenmeer

Im norddeutschen Wattenmeer sind deutliche Anzeichen des Klimawandels zu erkennen: Zu diesem Ergebnis kommen 25 Umweltwissenschaftler, die sich im Frühjahr 2007 in der Wattenmeerstation Sylt des Alfred-Wegener-Instituts für Polar- und Meeresforschung trafen, um die Veränderungen im nördlichen Wattenmeer über die letzten Jahrzehnte zusammen zu fassen.
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Greenpeace Youtube-Video zum Klimawandel

Claudia Normansen wohnt auf einer Hallig. Durch ihre Nähe zur Natur erlebt sie den Klimawandel in Deutschland sehr intensiv. In diesem Youtube-Video bei berichtet sie von ihren Beobachtungen zu unserem Klima.
http://www.youtube-nocookie.com/v/xoD1edu905E&hl=de_DE&fs=1?border=1
Mehr unter http://klimagipfel.greenpeace.de

Klimawandel

Besorgt registrieren die Forscher einen Rückzug des Schlickwatts und eine Ausdehnung grobkörniger Sandböden. Darin sehen sie Anzeichen einer langfristig problematischen Entwicklung. Weil sich genügend neue Sedimente ablagerten, vermochte das Watt über Jahrtausende dem langsamen Anstieg des Meeresspiegels zu folgen. Doch dieses Mitwachsen des Wattbodens scheint nun gestört. Der Meeresspiegel steigt schneller.

“Das verändert nicht nur die Ökologie des Wattenmeeres. Auch der Mensch muss seine Besiedlung an der Küste dieser neuen Situation anpassen”, so Prof. Dr. Karsten Reise, Leiter der Wattenmeerstation Sylt.

Die Klimaerwärmung verändert schon jetzt das Plankton. Die Sommersaison ist um einen Monat länger geworden und verlagert die Planktonproduktion bis in den Herbst. Dann nützt sie vor allem den zu Kulturzwecken eingeführten Pazifischen Austern, die jetzt viele Muschelbänke überwachsen. Vor zwanzig Jahren glaubte man noch, diese Austern können sich im kalten Nordseewasser nicht vermehren. Doch durch die Erwärmung der Nordsee nahm die Invasion der Austern ihren Lauf. Erfreulich sind die rückläufigen Nährstoffeinträge. Noch vor zwanzig Jahren zeigten die Küstengewässer Auswirkungen einer gravierenden Überdüngung.

Seegraswiesen: Massive Algenmatten treten im Watt zwar immer noch auf, aber die Seegrasbestände scheinen sich zu erholen. Das wird sich allerdings nur so lange fortsetzen, bis der Klimawandel durch höhere Wasserstände und mehr Seegang das Seegras in die ökologische Enge treibt. Seegraswiesen sind ein bedeutender Lebensraum und als Kinderstube vieler Fische eine Schlüsselkomponente im Ökosystem.

Das flache Wattenmeer reagiert äußerst sensibel auf den Klimawandel und die dadurch kommenden höheren Wasserstände. Die Warnsignale von der Küste geben einen Hinweis auf die Notwendigkeit, die Emissionen an Treibhausgasen drastisch zu verringern.

Quelle: Alfred-Wegener-Institut
http://idw-online.de/pages/de/news199136

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Alfred-Wegener-Institut

Erforschung von Meer, Eis und Klima
Das Alfred-Wegener-Institut forscht in der Arktis, Antarktis und den Ozeanen der mittleren sowie hohen Breiten. Es koordiniert die Polarforschung in Deutschland und stellt wichtige Infrastruktur wie den Forschungseisbrecher Polarstern und Stationen in der Arktis und Antarktis für die internationale Wissenschaft zur Verfügung. Das Alfred-Wegener-Institut ist eines der fünfzehn Forschungszentren der Helmholtz-Gemeinschaft, der größten Wissenschaftsorganisation Deutschlands.
http://www.awi.de

Das Alfred-Wegener-Institut forscht in der Arktis, Antarktis und den Ozeanen der mittleren sowie hohen Breiten. Es koordiniert die Polarforschung in Deutschland und stellt wichtige Infrastruktur wie den Forschungseisbrecher Polarstern und Stationen in der Arktis und Antarktis für die internationale Wissenschaft zur Verfügung.

Das Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung in der Helmholtz-Gemeinschaft wurde im Juli 2010 dreißig Jahre alt. Das Alfred-Wegener-Institut ist eines der sechzehn Forschungszentren der Helmholtz-Gemeinschaft, der größten Wissenschaftsorganisation Deutschlands. Mit seiner innovativen Wissenschaft und exzellenten Forschungsinfrastruktur hat sich das Alfred-Wegener-Institut (AWI) zu einem der weltweit führenden und international anerkannten Zentren für Klimaforschung in beiden Polarregionen und den Meeren entwickelt.

Da die Polargebiete eine zentrale Rolle im globalen Klimageschehen spielen, trägt ihre Erforschung entscheidend dazu bei, die komplexen Zusammenhänge im System „Erde“ aufzudecken: „Im Mittelpunkt unserer Forschung steht das Ziel, die treibenden Kräfte und Prozesse im Klimageschehen zu entschlüsseln“, sagt Prof. Dr. Karin Lochte, Direktorin des Alfred-Wegener-Instituts. „Unsere Ergebnisse liefern zentrale Mosaiksteine, um das komplexe globale Gesamtbild zu verstehen.“ Ein Gesamtbild, das dringend benötigt wird, um angemessene und wissensbasierte politische Entscheidungen für Zukunftsfragen der Menschheit zu treffen.

Spitzenforschung zum Meereis, den Polarmeeren und ihren Ökosystemen, der Nordsee, dem Wattenmeer, den Eisschilden Grönlands und der Antarktis, der polaren Atmosphäre, den Dauerfrostgebieten, der Klimageschichte und der Vergangenheit unserer Erde zeichnet das Alfred-Wegener-Institut aus. Charakteristisch sind außerdem seine starke internationale Vernetzung und die breite wissenschaftliche Expertise. Um anstehende Fragen zu lösen, arbeiten Bio-, Geo- und Klimawissenschaften eng zusammen. Die Feldforschung unter extremen Bedingungen gehört ebenso zum Alltag wie Arbeit in modernen Laboren, mit leistungsfähigen Großrechnern und Methoden der Fernerkundung.

Weil die Polar- und Meeresforschung immer auch eine logistische Herausforderung ist, verfügt das AWI über eine exzellente Infrastruktur, die sie der nationalen und internationalen Wissenschaft zur Verfügung stellt, darunter Forschungsschiffe wie die „Polarstern“ und die „Heincke“, saisonal oder ganzjährig besetzte Forschungsstationen wie die „Neumayer-Station III“ in der Antarktis und die deutsch-französische Forschungsbasis „AWIPEV“ auf Spitzbergen, wissenschaftliche Observatorien, innovative Messsysteme und das Polarflugzeug „Polar 5“.

Das Alfred-Wegener-Institut ist Mitglied der Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren, der größten Wissenschaftsorganisation Deutschlands. Es wird zu 90 Prozent vom Bundesforschungsministerium finanziert. Das Land Bremen ist mit acht Prozent beteiligt, die Länder Brandenburg und Schleswig-Holstein mit je einem Prozent. Neben dem Hauptsitz in Bremerhaven gehören die Forschungsstelle Potsdam, die Biologische Anstalt Helgoland und die Wattenmeerstation Sylt zum Forschungszentrum. Es hat einen Etat von rund 120 Millionen Euro und 920 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen.

Am 15. Juli 1980 verkündete der Bremer Senat das von der Bürgerschaft (Landtag) beschlossene Gesetz zur Errichtung einer Stiftung des öffentlichen Rechts „Alfred-Wegener-Institut für Polarforschung“. 1986 schloss sich das AWI mit dem Institut für Meeresforschung in Bremerhaven zusammen, erweiterte seine Arbeitsschwerpunkte um ergänzende Untersuchungen in anderen Meeresgebieten und änderte seinen Namen in Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung. Die Forschungsstelle Potsdam des Alfred-Wegener-Instituts hat 1992 ihre Arbeit aufgenommen. Sie hat die Polarforschung der DDR und ihrer Langfristprogramme sehr erfolgreich zu internationaler Spitzenforschung weiterentwickelt. 1998 wurde die Biologische Anstalt Helgoland (BAH) in die Stiftung aufgenommen. Das langjährige Know-how in der Erforschung von Randmeeren wie der Nordsee und dicht besiedelten, ökonomisch wichtigen Küstenzonen ergänzte das Forschungsprofil des AWI hervorragend und führte zu Synergieeffekten, die die Stellung der deutschen Meeresforschung im internationalen Wettbewerb verbessert haben.
http://www.awi.de

Quelle: http://idw-online.de/pages/de/news379312

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